Bearded Collie Welpe braun - Anoki vom Flammenzauber
Pinnwand Bearded Collie Welpen vom Flammenzauber Bearded Collie Welpen - Knutschkugel mit Pfiff

 © Nicole Bücher - Bearded Collies vom Flammenzauber

Bearded Collies - Hütehunde mit Schmunzelfaktor

Überblick - Entwicklungsphasen beim Hund

  

vegetative Phase 0. Woche - 2. Woche

Übergangsphase 2. Woche - 3. Woche

Prägungsphase 3. Woche - 8. Woche

Sozialisierungsphase 8. Woche - 12./13. Woche

(Wurf)Rangordnungsphase  3. - 13. Woche und 13. - 16. Woche

Rudelordnungsphase 5. Monat - 7. Monat

Pubertätssphase 7. Monat - 12. Monat (rassespezifisch)

Reifungsphase 12. Monat - 18. Monat (rassespezifisch)

Entwicklungsphasen des Welpen

Der Übergang von einer Phase zur nächsten ist nahtlos
und fällt bei jedem Tier anders aus.
Der Begriff "window of opportunity" (Spielraum) steht dafür,
dass bestimmte Erfahrungen zu einer bestimmten Zeit gemacht
(oder nicht gemacht) werden müssen.
Bleibt dieser Zeitraum ungenutzt, so schließt sich dieses Fenster
und es kann kein möglicher Vorteil aus der Erfahrung gezogen werden.

Vegetative Phase (1. - 2. Woche)
Die Augen und Ohren des Welpen sind noch geschlossen,
er reagiert nur auf Temperatur, Berührung und Geruch.
Hundewelpen sind sogenannte "Nesthocker".
Sie haben keine Zähne, aber einenstarken Sauginstinkt.
Ein neugeborenenr Welpe kann winseln und jaulen, aber nicht bellen.
Das Welpenfell ist weich, Textur und Farbe ändern sich häufig mit dem Heranwachsen.
Es wird ausschließlich getrunken und geschlafen.

Übergangsphase (2. - 3. Woche)
Jetzt öffnen sich die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge,
sehen kann der Welpe aber noch nichts.
Erst mit dem 17. oder 18. Lebenstag entwickelt sich die Sehfähigkeit.
Die Augen sind meist hellblau, werden aber in den nächsten Wochen dunkler.
Mit 3 Wochen reagiert der Welpe auf unbekannte Geräusche.
Die Milchzähne brechen durch. Die Welpen werden an "festes" Futter gewöhnt.
Sie beginnen das Nest zu verlassen und ihrer Mutter zu folgen.
In der 3. Woche lernen die meisten Welpen zum ersten Mal Besucher kennen.

Prägungsphase (3. - 8. Woche)
Augen, Nase und Ohren sind nun voll entwickelt.
In dieser Zeit lernt der Welpe im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken
(Menschen, Geräuschen, optischen Eindrücken etc.) umzugehen.
Er nimmt nun seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv wahr.
Im Spiel mit seinen Geschwistern lernt eder Welpe seinen sozialen Rang zu finden und sich und die anderen auszutesten. In dieser Zeit wird seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt. Wird in dieser Zeit ein Welpe isoliert gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen gebracht, kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit später zu Problemen die man nur noch schwer aufarbeiten kann.

Sozialisierungsphase (8. bis 12. Woche)
Ohne Sozialisation wird ein Hund kein Haustier!
Alles war er jetzt lernt, lernt er sozusagen fürs Leben.
Im Rudel wird der Welpe jetzt vom Rüden erzogen
und genau diese Aufgabe müssen wir nun übernehmen.
Ist der Welpe auch noch so süß ... es ist in dieser Zeit absolut notwendig
dem Welpen liebevoll, aber auch konsequent seine Grenzen aufzuzeigen.
Die große Neugier, Aufgeschlossenheit und Lernfähigkeit der Welpen
sollten wir uns dabei unbedingt zu nutzen machen.
Der Kontakt zu anderen Hunden, Menschen aber auch neuen Geräuschen,
unterschiedlichen Bodenbelägen, anderen Tieren etc. ist unerlässlich.

Alle in dieser Zeit, durch falsche Behandlung erfahrenen Unsicherheiten und Ängste
sind nach dieser Phase kaum mehr rückgängig zu machen

Die vorgebliche "Wesensschwäche" so vieler Hunde
beruht häufig genug auf Erziehungsfehlern in der Sozialisierungsphase,
in der zumeist viel zuwenig mit dem Hund gespielt,
dafür um so mehr "dressiert" wird.

Rangordnungsphase (12. - 16.Lebenswoche)
Der Hund nimmt seine Stellung in der Rangordnung ein.
Der Rudelführer Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft.
In dieser Phase ist es wichtig, das der Welpe seine Grenzen kennt
und vom Mensch klare Regeln erhält.

Rudelordnungsphase (5. / 7. Monat)
In diese Zeit fällt der Gebisswechsel des jungen Hundes.
Er ist nun bestrebt, sich seinen Platz im Rudel zu suchen und seine Position zu festigen.
Der neue Besitzer des Hundes muss dem Hund deutlich klarmachen,
dass die Stellung des Hundes die unterste im "Familienrudel" ist.
Damit ist für den Hund seine Position geklärt,
und er wird sich nun besonders eng demjenigen anschließen,
der für ihn den Rudelführer symbolisiert, dessen Autorität anerkannt wird.

Pubertätsphase (7. -12. Monat)
Der Rüde hebt (in der Regel) erstmalig sein Bein,
die Hündin hat die erste Läufigkeit, Konkurrentinnen werden weg gebissen.
In dieser Phase erlebt man oft regelrechten Trotz bei den Hunden
und alles bereits erlernte scheint einfach wieder "vergessen" zu sein.
In dieser Zeit sollte man keinesfalls resignieren,
sondern mit liebevoller, aber unnachgiebiger Konsequenz weiter mit dem Hund arbeiten.

Reifungsphase (12. bis 18. Monat)
Nun zeigt es sich, ob der Hund die Anleitung erhalten hat,
die seine Entwicklung optimal fördern konnte.
Der fortdauernde Bestand der Lernfreudigkeit und der Bereitschaft zur freundlichen

Kontaktaufnahme mit Mensch und Tier belegen dieses.
Der Hund ist nun psychisch ausgereift und kaum noch zu verändern.
Positive, wie negative Eindrücke und Erfahrungen bestimmen nun sein weiteres Handeln.

teilweise übernommen von Eberhard Trumler aus seinem Buch: "Hunde ernst genommen",
Piper Verlag,1989, 9.Auflage


Die Rolle des Züchters und des Hundehalters

"Die normale, frühe Entwicklung des Hundewelpen lässt sich
in einem späteren Alter nur schwer nachholen.
Gerade die frühe Verhaltensentwicklung eines Hundes ist deshalb
für das gesamte Hundeleben von so zentraler Bedeutung,
weil sie wichtige Entwicklungsschritte umfasst,
die durch große Umweltoffenheit gekennzeichnet sind.

Der Züchter und der Hundehalter
haben es also zu einem nicht geringen Anteil in der Hand,
diese Entwicklung günstig zu beeinflussen.
Hier liegt die große Verantwortung beider:
sie beeinflussen die Hundeentwicklung in jedem Falle nachhaltig,
positiv oder negativ.
Für die normale Verhaltensentwicklung gesunder Welpen,
für deren kognitive (intellektuelle) und soziale Fähigkeiten im späteren Leben
ist der Mensch verantwortlich als Züchter und Hundehalter!"

Der Züchter legt somit den Grundstein der Gewöhnung
und Sozialisierung für die weitere Entwicklung des Hundewelpen.
Der Welpe sollte seinem Alter entsprechend gefördert und gefordert,
nie jedoch überfordert werden.
Er sollte mit möglichst vielen verschiedenen Menschen, Hunden,
anderen Tieren sozialisiert und
an diverse optische und akustische Reize gewöhnt werden.
Umso mehr positive Eindrücke der Welpe sammeln kann,
desto besser ist er für sein weiteres Leben ausgestattet.

"Isoliert oder reizarm aufgezogene Hunde zeigen hingegen
kein oder kaum Spielverhalten, sie entwickeln durch schweren sozialen
Erfahrungsentzug bzw. unzureichende Umwelterfahrung
zwangsläufig Verhaltensstörungen."

Nach Abgabe des Welpen muss natürlich der Hundebesitzer
die Sozialisation und Gewöhnung weiterführen.
Er sollte sich genügend Zeit nehmen seinen Hund zu fördern
und bereit sein, gemeinsam mit ihm zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Dann steht einer glücklichen Mensch-Hund-Partnerschaft nichts mehr im Wege!

teilweise zitiert und übernommen von (FEDDERSEN-PETERSEN, 2004)


nach oben